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Wurde Ihr Kurantrag oder Reha abgelehnt? Wir zeigen Ihnen wie Sie den Widerspruch richtig einleiten!

Ihre Reha wurde abgelehnt? Wir zeigen Ihnen im Folgenden, welche Möglichkeiten Sie haben um der Ablehnung Ihrer stationären Rehabilitations-Maßnahme zu widersprechen.

1. Wie wurde Ihnen die Ablehnung mitgeteilt?

Ablehnung schriftlich eingetroffen

Reha Ablehnungs-Schreiben eingetroffen

Dass Ihr Reha-Antrag abgelehnt wurde, wird Ihnen mit einem schriftlichen Ablehnungsbescheid bzw. Schreiben des Kostenträgers (DRV, Krankenkasse, oder andere) mitgeteilt. Neben der Nennung des Ablehnungsgrundes, wird Ihnen auch zugleich mitgeteilt, bis wann man auf die Ablehnung reagieren kann. Im Reha-Ablehnungs-Bescheid der Deutschen Rentenversicherung ist immer eine Rechtsmittelbelehrung enthalten, woraus die Frist für einen Widerspruch hervor geht.
Beim Ablehnungsschreiben einer Krankenkasse meist ebenfalls. Sollte im Ausnahmefall keine Widerspruchsfrist genannt werden – gibt es auch keine. Dass Sie dennoch zeitnah darauf reagieren, ist anzuraten.

Meist geben die Kostenträger (DRV, Krankenkasse) nur eine Zeit 4 Wochen ab Zugang der Ablehnung um dagegen vorzugehen. Von nun an, sollten sie also schnell sein und einen Widerspruch innerhalb der Frist einreichen. Gehen Sie dabei idealerweise angepasst auf den Ablehnungsgrund (Siehe Beispiele unten im Text) ein.

Unsicher in der Fristberechnung?

Falls Ihnen das Ablehnungsschreiben z.B. im Urlaub zugegangen ist, empfiehlt es sich zur Berechnung der Frist den Folgetag des im Schreiben/Bescheid genannten Datums heranzuziehen. Beispiel:

Der Ablehnungs-Brief wurde am 01.04. geschrieben. Sie unterstellen den Zugang damit ab dem 02.04. Darauf berechnen wir den Fristablauf auf den 01.05..

Wenn Sie bis dahin nicht reagiert haben, wird die Entscheidung des Kostenträgers rechtswirksam und der Vorgang im Sinne des Kostenträgers beendet.

Rechtzeitig Widerspruch gegen das Ablehung-Schreiben der DRV / Krankenkasse einlegen.

2. Reha-Antrag abgelehnt: Welche Gründe?

Wenn Ihr Kostenträger die Reha abgelehnt hat, muss er dies immer auch begründen. Um jetzt gegen die Ablehnung möglichst erfolgreich vorzugehen, macht es Sinn, je nach Ablehnungsgrund individuell zu unterscheiden.

Wir haben aus diesem Grund die häufigsten Reha-Ablehnungsgründe zusammengefasst.

Für jeden der nachfolgend genannten Ablehnungsgründe, erläutern wir Schritt für Schritt was aus unserer Sicht die geeigneten Reaktionen darauf sind.

ambulante Behandlung genügt

Grund: Ambulante Behandlung ausreichend

Ihre Reha wurde abgelehnt, weil die Rentenversicherung (DRV), bzw. die Krankenkasse der Meinung ist, dass eine ambulante Krankenbehandlung am Wohnort einer stationären Rehabilitation vorzuziehen ist. Der Hintergrund ist:

  • Für die DRV: Ihre Reha wurde abgelehnt, weil die DRV eine Gefährdung der Erwerbsfähigkeit bzw. eine drohende Erwerbsminderung als nicht gegeben ansieht.
  • Für die Krankenkasse: Ihre gesundheitliche Einschränkung beeinträchtigt Ihre Teilhabe am sozialen Leben nicht in dem Ausmaß, dass es eine Reha rechtfertig.

Empfehlung:

Wir raten, den Ablehnungsgrund mit Ihrem Arzt zu besprechen. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt in welchem Umfang bereits ambulante Therapien (z.B. Physiotherapie, Psychotherapie) am Wohnort in Anspruch genommen wurden.

  • Haben diese zu keiner Besserung geführt?
  • Waren diese nicht ausreichend?
  • Waren diese wegen Ihrer körperlichen Einschränkung nicht nutzbar?
  • Waren diese wegen fehlender Behandlungs-Kapazitäten in der Umgebung nicht nutzbar?

Sofern Sie eine der genannten Fragen mit Ja beantworten können, sollten Sie Ihren Haus- oder Facharzt um ein entsprechend begründetes Attest bitten. Es ist hilfreich für den Widerspruch, dass der Arzt eine medizinische Aussage trifft, die konkret auf den im Schreiben genannten Ablehnungsgrund eingeht – und diesen im Idealfall entkräftet.

Die Reha wurde abgelehnt, weil die Krankenkasse / DRV die ambulante Rehabilitation einer stationären vorzieht.

3. Anleitung Widerspruch nach Auswahl des Grundes

Wie geht's weiter?

Sie haben im Abschnitt 2 erkannt auf welchen Ablehnungsgrund Sie argumentativ widersprechen müssen.
Das weitere Vorgehen hängt jetzt von der Mitarbeit Ihres Arztes ab. Es gibt eigentlich nur die drei folgenden Möglichkeiten:

  1. Ihr Arzt hat das gewünschte Attest ausgestellt
  2. Ein Arzt-Termin ist erst nach Ablauf der Widerspruchsfrist möglich
  3. Ihr Arzt möchte kein Attest ausstellen.

1. Arzt-Attest vorhanden

Ihr Arzt hat das für Ihren Widerspruchs-Grund angepasste Attest ausgestellt

Fertigen Sie ein Widerspruchs-Schreiben an den zuständigen Kostenträger. Diesem fügen Sie als Anlage das ärztliche Attest bei. Verwenden Sie einen sachlichen Ton und bleiben Sie in ihren Ausführungen prägnant.

4. Widerspruch wurde erneut abgelehnt: Was nun?

Sie haben eine Rehabilitation beantragt und diese wurde abgelehnt. Ihr daraufhin schon erfolgter Widerspruch (z.B. unter Zuhilfenahme eines ärztlichen Attestes) wurde jetzt aber erneut abgelehnt. Was können Sie jetzt noch tun?

Klage - letztes Mittel

Letztes Mittel: Klage beim Sozialgericht

Wenn ihr Widerspruch gegen die Ablehnung ebenfalls negativ beschieden wird, findet sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine sogenannte „Rechtsmittelbelehrung" am Ende (oder auf der Rückseite) des Schreibens. Aus dieser geht dann in aller Regel hervor, dass Sie berechtigt sind, gegen diese Entscheidung „Klage beim Sozialgericht" einzureichen.

Den Weg vors Sozialgericht sollten Sie besonders dann nicht scheuen, wenn aus medizinischer Sicht eine große Eile für den Antritt der Reha geboten ist und ohne Reha weitere, ggf. sogar gravierende Gesundheitsschäden zu befürchten wären.

Aufgrund der fachlichen Spezialisierung wären Fachanwälte für Sozialrecht oder Medizinrecht für eine umfassende Beratung und den möglichen Gang vor Gericht besonders geeignet.

Zwecks Beschleunigung des Verfahrens empfiehlt es sich, neben der Klage auch einen sogennanten „Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz" beim Sozialgericht zu stellen. Dieser Antrag führt im Regelfall dazu, dass eine Entscheidung binnen kurzer Zeit (wenigen Tagen oder Wochen) herbei geführt wird. Wird ein Klageverfahren ohne diesen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz angestrengt, so kann sich dies eventuell auch mehrere Jahre hinziehen.

Mithilfe des Sozialgerichtes können Sie als letzten Schritt Ihre Reha-Ablehnung widersprechen.

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