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„Die besondere Einsatznachbereitung"

Am Sonntag, den 14. Oktober wurde in der ARD der Film „Der Einsatz" ausgestrahlt. In dem Film ging es um die wesentlichen Probleme, mit denen die Bundeswehrsoldaten im Einsatz, hier in Afghanistan, konfrontiert werden. Ist der Soldat als Kämpfer oder Entwicklungshelfer vor Ort. Wie soll mit der Zivilbevölkerung umgegangen werden? Wer steht auf welcher Seite? Gibt es eine Freund-Feind-Kennung => NEIN! Wie geht man mit Verwundung und Tod um? Was passiert mit den Soldaten nach dem Einsatz, zurück in ihrer Heimat.

Im Anschluss daran fand eine Fernsehdiskussion bei Anne Will, u.a. mit dem Bundesminister der Verteidigung statt. In dieser Diskussion wurde einheitlich von allen Beteiligten deutlich gemacht, wie wichtig und notwendig eine Nachbereitung/ Kur nicht nur für die Soldaten aus dem Einsatz, sondern eine Nachbereitung/ Kur gerade zusammen mit ihren Familien sei.

Dass dies in einzelnen Bereichen der Truppe schon frühzeitig erkannt worden ist, zeigt das Beispiel aus dem Wehrbereichskommando IV. Hier führt seit 3 Jahren der Stv Befehlshaber, Brigadegeneral Berger, in enger Kooperation und mit finanzieller Unterstützung der katholischen Militärseelsorge, jeweils 1-wöchige Körper-Seele –Geist Seminare für besonders belastete, aus dem Einsatz zurückgekehrte Soldatenfamilien durch.

Ein kurzer Bericht zu den KSG-Seminaren, die dieses Jahr im August in Bad Bocklet durchgeführt wurden.

Die Strapazen verarbeiten

Einen einwöchigen „Familienurlaub" durften die Soldaten der Feldjägerbataillone 451 und 452 mit ihren Familien verbringen. Brigadegeneral Johann Berger initiierte das Einsatznachbereitungsseminar „Körper-Seele-Geist" mit der finanziellen Unterstützung der Katholischen Militärseelsorge für besonders belastete Soldaten im Parkhotel Bad Bocklet. Ziel dieses Seminars ist die Zusammenführung von Familien nach den Strapazen des zurückliegenden ISAF-Einsatzes. Den Familien soll hier Zeit, Luft und Raum gegeben werden, um wieder zueinander zu finden. Um den Familien alle Möglichkeiten zu geben, wurden alle Veranstaltungen während des Seminars fakultativ angeboten.

Mit Sport zum Erfolg

Da Sport nicht nur ein gutes Mittel für Stressabbau ist, sondern auch die Kommunikation fördert, waren während der kompletten Veranstaltung mindestens zwei Sportlehrer durchgehend anwesend. Diese führten ein abwechslungsreiches und gut besuchtes Programm durch. Vom Kanufahren, über Aquajogging bis hin zum Hochseilgarten wurde alles angeboten. Unterstützt wurden die Sportlehrer von der Sportfördergruppe Bischofswiesen. Diese stellte ihre Physiotherapeutin für beide Seminardurchgänge ab. Auch dieses Angebot wurde von den Teilnehmern rege genutzt und fand ein äußerst positives Echo.

Ohne katholische Militärseelsorge nicht möglich

Auch die katholische Militärseelsorge war während des gesamten Seminars aktiv vertreten. Ein Seelsorger war Tag und Nacht für die Teilnehmer vor Ort. Ein besonderes Erlebnis waren die Gottesdienste der Militärpfarrer. Diese wurden nicht nur von Soldaten, sondern auch von übrigen Gästen des Hotels besucht. Ohne die katholische Militärseelsorge wäre dieses seit 2010 stattfindende Seminar unmöglich. Nunmehr im 3. Jahr übernahm die katholische Militärseelsorge die Kosten für die Unterkunft und Vollverpflegung für alle Soldaten und deren Familien.

Auch Familien sind belastet

Die Zeit des Einsatzes war nicht nur für die Soldaten eine große Belastung. Auch für die Daheimgebliebenen, überwiegend Frauen und Mütter, war es eine nicht minder schwere Zeit. Deshalb bot die Truppenpsychologin, die ebenfalls ein fester Bestandteil des Betreuerteams ist, einen „Frauenkreis" an, um die Strapazen der Trennung während des Auslandseinsatzes zu verarbeiten. Selbstverständlich stand sie auch für die männlichen Teilnehmer bei Bedarf jederzeit zur Verfügung. Damit es den Eltern auch möglich war, eine kurze Zeit ohne Kinder zu verbringen, wurde während der Veranstaltungen und abends eine Kinderbetreuung angeboten. Mit Spielen bis zum Besuch im Wildpark war auch der Nachwuchs bestens versorgt.

Besonderer Dank an Bürgermeister und Hotelleitung

Beste Voraussetzung für ein solches Seminar bot nicht nur die Region mit ihren zahlreichen Kureinrichtungen, der Eisen-Kochsalz-Heilquelle und Freizeitangeboten. Auch das außergewöhnliche Engagement des ersten Bürgermeisters, Herrn Wolfgang Back, und des Leiters des Kurhotels und Reha-Zentrums, Herrn Harald Barlage, ließen das Seminar zu einem vollen Erfolg werden. So wurden von beiden für die Seminarteilnehmer jeweils Weinproben und ein festlicher Grillabend sowohl organisiert als auch finanziert. Dass die Region einen besonders intensiven Bezug zu Soldaten pflegt, zeigt auch die feierliche Vereidung der Offiziersanwärter der Infanterieschule Hammelburg, die im Kurpark Bad Bocklet stattfand.

KSG-Seminar war ein großer Erfolg

General Johann Berger legt bei seinen Einsatznachbereitungsseminaren für die Feldjägertruppe großen Wert auf einen ganzheitlichen Aspekt der Fürsorge. Er zog ein positives Resümee und dankte allen Beteiligen für dieses Zeichen echter Solidarität. Auch Oberstleutnant Ralf Wagner, welcher das Pilotprojekt von Beginn an organisatorisch vorbereitet und begleitet, verbuchte das Seminar als vollen Erfolg. Der ausgebildete „Peer" war lange Jahre der Psychologiestabsoffizier der Feldjägertruppe und weiß, worauf es in Einsatznachbereitungsseminaren der besonderen Art ankommt.

Zusammenfassend wurde das Seminar von allen Beteiligten als gelungene Veranstaltung wahrgenommen, die auch zukünftig jährlich stattfinden sollte. Die am Ende des Seminars stattfindende Auswertung als auch das sehr positive Feed-back aus der Truppe konnte dies auch in diesem Jahr wieder im vollen Umfang bestätigen.

Das Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet als Ort der Seminardurchführung überzeugte Teilnehmer als auch Betreuungsteam mit seinem umfassenden Angebot, seinen hohen Erholungswert und seinem hervorragendem Service. Für Rehabilitationsmaßnahmen und Kuren für einsatzbelastete Soldaten ist es ausdrücklich zu empfehlen.


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