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Gesundheitstage Mehr Andrang denn je herrschte heuer bei der sechsten Bad Bockleter Veranstaltung dieser Art. Unzählige jüngere wie ältere Besucher nutzten die Gelegenheit, einmal ein elektrisches Fahrrad auszuprobieren.

Auf los geht's los: Die Startflagge schwingt Alexander Höfling von der Staatsbad GmbH und setzte damit unter anderem die "Promis" (von links) Karin Renner, Eduard Lintner, Kurdirektor Thomas Beck, Verwaltungsleiter Matthias Beck und Eva Maria Roer. Foto: Angelika Luga-BraunBAD BOCKLET Ein heißer Tipp der Expertin Karin Petereder vor der Promi-Radtour bei den Gesundheitstagen: "Je gemütlicher man fährt, desto mehr wird man unterstützt." Und los ging's für die teilnehmenden "Promis." Aber sie machten nur den kleinsten Teil der Besucherschar aus. Ohne eine Zahl nennen zu können - in den Vorjahren waren es zwischen 3000 und 4000 - stellte Verwaltungsleiter Matthias Lutsch heuer immensen Andrang fest.

Auf dem Gelände des Reha-Zentrums tummelten sich Groß und Klein, Auswärtige und Einheimische, viele, um sich die Vorträge über Gesundheitsthemen anzuhören, einen Eindruck von der Einrichtung zu machen oder ein elektrisches Fahrrad (neudeutsch: E-Bike) auszuleihen. Radeln mit Unterstützung war diesmal der Schwerpunkt.

Gesundheit und Vorsorge haben höheren Stellenwert als früher. "Gesundheit erhalten" und "Gesundheit wieder herstellen" interessiert die Menschen, ebenso die Behandlungsmöglichkeiten. Sich darüber zu informieren, boten die Gesundheitstage am vergangenen Wochenende Gelegenheit. Viele Aussteller, aber auch Selbsthilfegruppen waren dabei, gaben Tipps über Produkte und Dienstleistungen. Wer wollte, konnte sich Blutzucker und Blutdruck messen lassen oder seinen Reflexe an der Reaktionswand testen. Schon am Samstag war Birgit Frings-Loskill vom Rehazentrum sehr zufrieden mit der Resonanz. Großen Anklang fand neben dem Rahmenprogramm auch das Unterhaltungs-, Speisen- und Getränkeangebot. Kurkapelle und "Historische Damen" gaben sich ein Stelldichein.

Das "Highlight" heuer war aber ganz eindeutig der Movelo-Show-Truck, der mit viel Musik aufwartete und die Möglichkeit bot, E-Bikes zu testen. Über 40 solcher Räder hatte das Team dabei von verschiedenen Herstellern und mit unterschiedlichster Ausstattung. Das Bayerische Rotes Kreuz war mit einem Rettungswagen vor Ort und erläuterte Interessierten seine technischen Möglichkeiten. Zum Glück aber mussten weder die BRK-ler noch die Ortsfeuerwehr wegen Notfällen aktiv werden. Sie kämpften höchstens mit uneinsichtigen Autofahrern angesichts der überstrapazierten Parkplatzsituation am Berg.

Schirmherrin der Veranstaltung war Anja Weisgerber vom Europäischen Parlament, die auch die Eröffnungsansprache gehalten hatte. Sie würdigte das Rehabilitations- und Präventionszentrum für seine "innovativen Konzepte." Zur Genesung trage aber auch die Umgebung bei: "Gäste aus Nah und Fern kommen in unsere schöne Rhön. Dabei können sie gleich auch noch die fränkische Gastfreundlichkeit kennenlernen." Sie plädierte dafür, dass die EU in Sachen Prävention grenzüberschreitend koordinierend tätig wird. Obwohl es für Europäer möglich ist, Gesundheitsdienstleistungen auch im Ausland in Anspruch zu nehmen, ließen sich die meisten im Heimatland behandeln: "Gründe sind das Vertrauensverhältnis zum Arzt, die Nähe zum Wohnort und Sprachbarrieren", so Weisgerber. Sie lobte das duale System der Krankenschwestern- und pflegerausbildung in Deutschland. Auszubildende würden in den Arbeitsablauf integriert und könnten so unerlässliche Erfahrungen für den späteren Berufsweg sammeln. Im duales System seien Theorie und Praxis sehr gut in Balance. Sie setze sich dafür ein, dass auch in Zukunft die Ausbildung nicht vom Schulabschluss abhänge. Das Abitur als Grundvoraussetzung zur Ergreifung eines Pflegeberufs lehne sie ab, denn: "Die Begeisterung für den Beruf ist hier sehr wichtig." Ein Vorteil Europas sei, dass Forschung grenzübergreifend stattfinden könne und Forschungsergebnisse sofort in jedem Land verfügbar sind.

Landrat Thomas Bold meinte, die Heimat sei das Gesundheitswesen geprägt und Trendsetter: "Über 40 Kliniken in der Bäderregion sprechen eine deutliche Sprache." Qualifizierte Anbieter für Gesundheitsvorsorge seien angesiedelt. Dennoch werde auch in der Region der Fachkräftemangel spürbarer, und dem gelte es entgegenzuwirken. Berufswiedereinsteigern müsse man Qualifikationsmöglichkeiten geben. Neben die Ausbildung müssten berufsbegleitende Qualifizierungen treten.

Ziel des Marktes Bad Bocklet ist nach den Worten von Bürgermeister Wolfgang Back, den Ort als Gesundheitszentrum weiterzuentwickeln. Er würdigte die "hervorragende Arbeit", die am Klinikum geleistet werden, denn einen Kurort mache seine ärztliche Kompetenz mit aus.

Quelle: Saalezeitung 03.09.2012
Von Björn Hein und Angelika Luga-Braun
Foto: Angelika Luga-Braun
Link: http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/Elektrische-Fahrraeder-waren-der-Renner;art211,321195


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