Rehabilitation Gestern – Heute – Morgen

1972: Die Idee

1972 gründeten der Kurdirektor von Bad Neustadt, Hans Fritsch, die Architekten Wolfgang Wilhelm und Hans Immisch, der Bankier Dr. Theodor-Adam Schmitt und der Steuerberater Bernd Müller die Firma Parksanatorium Bad Bocklet GmbH & Co. KG.

Der Anstoß zur Idee einer Klinik in Bad Bocklet kam vom Bad Bockleter Bürgermeister Alois Gundalach. Dabei war zunächst an eine Kinderklinik im Ort gedacht, die jedoch nicht genehmigt wurde.

Schließlich wurde ein Grundstück von der Gemeinde Bad Bocklet erworben, die, in Übereinstimmung mit der Leitung der bayerischen Staatsbäder Bad Kissingen und Bad Bocklet, dieses Gebiet in bevorzugter Halbhöhenlage für den Bau des Sanatoriums mit ca. 25.000 qm zur Verfügung stellte.

Aus der Broschüre für potenzielle Kommanditisten: Der Bedarf an Sanatorien, speziell für Zwecke der Sozialversicherungsträger, wächst von Jahr zu Jahr. Die Sozialversicherungsträger selbst stellten in der Vergangenheit nur einen Teil der Bettenkapazität in eigenen Häusern. … Bei der Auswahl der Belegungssanatorien wurden hohe Anforderungen an die Qualität des Hauses, die zweckmäßige Einrichtung, die einwandfreie medizinische Versorgung, die Standortlage des Sanatoriums und an die heilklimatischen Voraussetzungen gestellt. … Diese Forderungen lagen der Überlegung zugrunde, in Bad Bocklet mit seiner Heilquelle, der stärksten Stahlquelle Deutschlands, ein modernes Sanatorium für Sozialversicherungsgäste zu erstellen.

Firmengründer Hans Fritsch

Firmengründer Hans Fritsch

1973: Der Anfang

Mit der Rodung wurde im Frühjahr 1973 begonnen. Die Grundsteinlegung fand im April 1973 statt.

Montage- und Ortbetonarbeiten

Montage- und Ortbetonarbeiten laufen parallel ab.

Blick des Kranführers auf die Baustelle

Blick des Kranführers auf die Baustelle in der Anfangsphase.

Zwischenwände werden auf dem Obergeschoss des Bettenhauses eingesetzt

Im 1. Obergeschoss eines Bettenhauses werden die Zwischenwände eingesetzt.

Skelettkonstruktion

Skelettkonstruktion

1974: Eröffnung

Die Eröffnung der Kurklinik am 12. Juli 1974 fand in Verbindung mit den Feierlichkeiten zur 250-Jahr-Feier anlässlich der Entdeckung der Bad Bockleter Stahlquelle statt. Die Investition betrug ca. 40 Millionen DM. Die ärztliche Leitung oblag dem Chefarzt, Herrn Prof. Dr. med. Wolf Erb, Facharzt für Innere Krankheiten.

Zeitungsausschnitt aus der Saale-Zeitung vom 13.07.1974

Zeitungsausschnitt Saalezeitung 1974

Bild aus der Saale-Zeitung vom 13.07.1974:
Die beiden Achitekten Wolfgang Wilhelm und Fritz Hierl (mit Helm) übergaben den an einer goldenen Kette befestigten Schlüssel für die neue Kurklinik Bad Bocklet an den Geschäftsführer Hans Fritsch. Aufmerksame Beobachter dieser Übergabe-Zeremonie sind Bürgermeister Alois Gundalach (links), Landrat Magnus Herrmann und der Leiter der Wirtschaftsabteilung bei der Regierung von Unterfranken, Max Küspert.

Luftaufnahme Kurklinik Bad Bocklet 1974

Luftaufnahme Kurklinik Bad Bocklet 1974

1. Prospekt der Kurklinik

Zeitungsausschnitt Saalezeitung 1974

Der erste Prospekt der Kurklinik 1974: Vorder- und Rückseite

Außenansicht der Kurklinik

Aus der Main-Post vom 12.07.1974:

…  Bad  Bocklet  ist  um  eine  Klinik,  um  ein  Sanatorium  im  Wald  reicher  geworden.  Das  Schwergewicht  liegt  auf  Rehabilitations-  und Anschlussheilverfahren. Patienten, die für das Krankenhaus zu gesund und für eine Behandlung zu Hause zu krank sind, just für sie ist das Parksanatorium der rechte Ort, den letzten Schritt auf dem Weg zur völligen Genesung zu tun.

… Das Bestreben in Architektur und Ausstattung einen Teil zum Wohlbefinden des Gastes zu leisten. Warme Farben dominieren, wenngleich irgendwo poppig, so doch nirgendwo aufdringlich. Orange und Rot, Grün zur Auflockerung.

… Bad Bocklets Weg ist an einem Scheidepunkt angelangt, der ein Tor aufstößt, das dem Benjamin unter Bayerns Staatsbädern bislang verschlossen war, der Sozialversicherungsgast.

Ansichtskarte der Kurklinik von 1974; links im Bild ist das orangefarbene Schild des Hallenbades zu erkennen, das öffentlich zugänglich war.

Ansichtskarte der Kurklinik von 1974; links im Bild ist das orangefarbene Schild des Hallenbades zu erkennen, das öffentlich zugänglich war.

Eingang der Klinik 1974

Eingang der Klinik 1974

Bilder vom EKG / Lungenfunktionstest

Aus der Presseinformation zur Eröffnung:

… Die Kurklinik hat 320 Betten, davon sind ca. 2/3 Einbettzimmer mit Bad und WC. … Die zentralärztliche Abteilung umfaßt neben einem Röntgendiagnostik-Untersuchungsgerät mit Fernseh-einrichtung und  Aufnahmearbeitsplatz mit Flachblendentisch eine automatische Entwicklungsmaschine, einen EKG-Raum mit 6-Kanal-Elektrokardiograph mit Herzschallmikrophon und 2-Kanal-Oszilloskop, einen Lungenfunktionsraum mit einem Belastungs-EKG, ein Blutlabor.

Professor Erb 1974 mit ärztlichen Kolleginnen beim EKG

Professor Erb 1974 mit ärztlichen Kolleginnen beim EKG

... und beim Lungenfunktionstest mit einem Patienten

… und beim Lungenfunktionstest mit einem Patienten

Räumlichkeiten

…Im gleichen Geschoss befindet sich auf der anderen Seite die Therapieabteilung mit den Wannenbädern für die Stahlquelle (in Kürze wird noch eine Leitung von Bad Bocklet herauf verlegt), mit Unterwassermassage, Massagen, Fangoabteilung, Inhalationen und Kneippabteilung.

Aus der Saale-Zeitung vom 12.07.1974:

… Innenarchitekt Fritz Hierl aus Murnau bewies eine glückliche Hand, denn die Gäste und Patienten erwartet nicht nur ein funktionsgerechtes, modern gestaltetes Haus mit allem Komfort einer neuzeitlichen Kurklinik, sondern darüber hinaus wurde neben der Eleganz der Räumlichkeiten auch die gemütliche Atmosphäre berücksichtigt, die besonders in den Aufenthalts- und Hobbyräumen deutlich wird …

… Vom seitlichen Haupteingang gelangt man in die repräsentative Eingangshalle mit Rezeption und gemütlich eingerichteten Aufenthaltsräumen mit Polstermöbeln in verschiedenen Farben ausgestattet. Auch eine kleine Erfrischungsbar gliedert sich an …

Erfrischungsbar

Erfrischungsbar

Eingangshalle mit Rezeption

Eingangshalle mit Rezeption

… gegliederter großer Speisesaal mit über 350 Sitzplätzen, der auf drei Seiten die zentral gelegene und mit modernsten Geräten versehene Küche umfasst. Dunkles Mobiliar mit orangefarbenen Bezügen bilden einen hübschen Kontrast zu den in Weiß gehaltenen Vorhängen …

… im 1. O.G. befinden sich die beiden Fernsehräume, Lesezimmer, vier Hobbyräume, ein Gymnastikraum, ein Tischtennisraum und 5 Aufenthaltsräume …

Speisesaal

Speisesaal

Fernsehraum

Fernsehraum

Aufenthaltsraum

Aufenthaltsraum

Gymnastikhalle

Gymnastikhalle

… sowie seitlich das Hallenschwimmbad mit Gegenstromanlage ein besonderes Schmuckstück. Das mit 15 x 7 m große und 120-140 cm tiefe Becken ist mit blaugrünen Kacheln ausgelegt und weißen Wandfliesen umrahmt. Die Hohldecke und die Wandverkleidung mit Schallschluckklinkern bilden einen hübschen Kontrast, der noch durch ein großes Blumen- und Pflanzenarrangement erhöht wird.

Hallenschwimmbad

Hallenschwimmbad

… Zwei Drittel der hübsch eingerichteten Zimmer sind Ein-Bett-Zimmer mit Bad und WC, der übrige Teil ist als Schlafzimmer mit zwei Betten und Wohnzimmer zu möblieren, mit jeweils zwei Bädern und WCs. Vor allen Zimmern finden sich Balkone. Weiter gibt es Drei-Zimmer-Wohnungen und vier Zwei-Zimmer-Appartments für die Unterbringung des Personals.

Hallenschwimmbad

Einzelzimmer 1974

… Auch an die nötigen Parkmöglichkeiten wurde gedacht, wobei den Gästen rund 90 Parkplätze zur Verfügung stehen… Terrasse mit herrlichem Blick ins Land… und Gartenschachanlagen

Dachterrasse mit Schachanlagen

Dachterrasse mit Schachanlagen

Dachterrasse mit Schachanlagen

Dachterrasse mit Schachanlagen

1984: Die ersten 10 Jahre erfolgreich überstanden

Die ersten Jahre waren mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Die Einrichtung war in ihren Bemühungen um Zuweiser und Patienten nicht immer von Erfolg verwöhnt. Dann wiederum konnten die Kurgäste nur mit Mühe im Haus untergebracht werden.

Aus der Main-Post vom 12. und 16.07.1984 zum 10-jährigen Bestehen der Kurklinik:

… Rund 30.000 Gäste mit über 800.000 Übernachtungen hat die Kurklinik seit ihrem Bestehen zu verzeichnen – dies entspricht etwa einem Drittel der Fremdenverkehrskapazität Bad Bocklets. … Mit der Eröffnung der Klinik hat man nicht nur eine erhebliche Belegung der Sommersaison erzielt, sondern das Tor zur Wintersaison in Bad Bocklet aufgestoßen.

… Mit ihren 120 Angestellten, darunter 8 Ärzten, ist die Kurklinik auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor innerhalb der Marktgemeinde. Allein die Personalkosten erfordern jährlich 3,6 Millionen Mark. … Die Kurklinik beschert nicht nur Handwerkern, Handel und vor allem der Gastronomie Umsatz, sondern bringt auch viele Besucher und neue Kurgäste in die kleineren Häuser Bad Bocklets.

Klinikansicht 1984

Klinikansicht 1984

… Die Klinik ist für Bad Bocklet und das strukturschwache Zonenrandgebiet eine große Hilfe. … Die Kurklinik ist ein krisenfestes gesundes Unternehmen mit sparsamer Haushaltsführung.

Von der 1. Stunde an dabei: Mitarbeiter, die anlässlich der Feier zum 10. Geburtstagder Klinik geehrt wurden

Von der 1. Stunde an dabei: Mitarbeiter, die anlässlich der Feier zum 10. Geburtstagder Klinik geehrt wurden

1989: Psychosomatikanbau

Bereits 1979 wurde eine psychosomatische Fachabteilung eingerichtet. Durch die intensivere Belegung der psychosomatischen Abteilung und auch für Patienten mit Krebserkrankungen war es notwendig, entsprechende Therapieräume zu errichten.

Der am 2.6.1989 zu übergebende fünfgeschossige Neubau beinhaltete deshalb keine zusätzlichen Betten sondern lediglich ergänzende Räume für die psychosomatische Abteilung. Die Investitionssumme des gesamten Neubaus lag bei ca. 4,5 Mio. DM.

Zeitungsausschnitte Main-Post / Saale-Zeitung

Aus der Main-Post vom 06.06.1989:

… Durch die Inbetriebnahme des neuen Therapietrakts, so führte der Geschäftsführer der Kurklinik, Hans Fritsch, aus, werde ein wesentlicher Beitrag zu einer noch effizienteren Betreuung der Patienten geleistet. Die Kurklinik stärke damit ihre Konkurrenzfähigkeit. Das Haus habe in all den Jahren zuvor bewiesen, dass es als Privatunternehmen gegenüber öffentlich-rechtlichen Einrichtungen stets flexibel operieren könne. …

… Den Werdegang der Kurklinik hob der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, Ernst Luther, hervor. Die Gründung im Jahr 1972 sei ein Wagnis gewesen. Es sei schwer gewesen, das Haus über die Klippen der ersten Jahre hinwegzusteuern. …

Aus der Saale-Zeitung vom 02.06.1989:

… Über 5.000 Patienten nimmt die Kurklinik jährlich auf und verzeichnet damit über 150.000 Übernachtungen. In dem nunmehr 15-jährigen Bestehen des Hauses wurden bis Ende 1988  50.000 Gäste mit 1,5 Millionen Übernachtungen gezählt. 125 Beschäftigte, darunter neun Ärzte, sorgen ganzjährig für die Patienten. Die Kurklinik ist damit das größte Unternehmen in Bad Bocklet, denn dort kuren die Hälfte alle Kurgäste des Biedermeierbades. ….

Bilder und Text aus der Saale-Zeitung vom 02.06.1989: Ein großer Tag heute im Biedermeierbad: der neue Therapieanbau der Kurklinik Bad Bocklet wurde eingeweiht. 4,5 Millionen Mark hat der Bau gekostet, der sich harmonisch in den Klinikkomplex einfügt.

Bilder und Text aus der Saale-Zeitung vom 02.06.1989: Ein großer Tag heute im Biedermeierbad: der neue Therapieanbau der Kurklinik Bad Bocklet wurde eingeweiht. 4,5 Millionen Mark hat der Bau gekostet, der sich harmonisch in den Klinikkomplex einfügt.

Psychosomatikanbau 1989

Psychosomatikanbau 1989

Therapieräume

… Im neuen Anbau gibt es fünf Sprechzimmer für die Psychologen mit den dazugehörenden Nebenräumen. Zur Therapie stehen weiter ein Großraum für autogenes Training, ein Sportraum und ein Vortragsraum zur Verfügung. Räume für Gruppenbetreuung, für Beschäftigungstherapie sowie Aufenthalts- und Nebenräume vervollständigen das Therapiezentrum.

Entspannungsraum

Entspannungsraum

Beschäftigungstherapie

Beschäftigungstherapie

1994: Orthopädie

Zeitungsausschnitt Saale-Zeitung

Aus der Saale-Zeitung vom 27.04.1994:

… Nach nur zehnmonatiger Bauzeit ist nun die Kurklinik im Biedermeierbad um einen orthopädischen Trakt mit 100 Betten, einen zusätzlichen Speisesaal und einen Gemeinschaftsraum mit rund 350 Plätzen sowie eine Wandelhalle großzügig erweitert worden. 30 Millionen kostet das neue Projekt mit 34.000 Kubikmeter umbautem Raum und 7.900 Quadratmeter Nutzfläche. …

Sehr großzügig erweitert wurden auch die Außenanlagen. Nach völliger Fertigstellung wird es zu den bereits vorhandenen 126 Pkw-Stellplätzen weitere 281 geben. … Die nicht überbauten Flächen werden teils wieder aufgeforstet, teils als Grünanlage gestaltet. Allein vier Millionen Mark sind für die Außenanlagen vorgesehen. …

… Die Belegung des neuen Orthopädietraktes, die Anfang Mai beginnt, ist bereits gesichert, sagte Direktor Hans Fritsch. 50 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. …

Luftaufnahme 1994

Luftaufnahme 1994

Erdarbeiten für den orthopädischen Trakt 1993

Erdarbeiten für den orthopädischen Trakt 1993

Außenansicht Neubau Orthopädie

Eingangsbereich Orthopädie

Eingangsbereich Orthopädie

Neubau Orthopädie

Neubau Orthopädie

Weitere Räumlichkeiten

… Die neu eingerichteten Therapieräume umfassen eine Fläche von 1.700 Quadratmeter, 910 Quadratmeter groß ist der Ärzte- und Schwesternbereich…

Die vielfältigen Therapiemöglichkeiten werden ergänzt durch ein  Warmwasserschwimmbecken mit  Hebevorrichtungen.

… Vorhanden sind auch Räumlichkeiten für die Beschäftigungstherapie …

… Zu den Neueinrichtungen gehören auch ein Andachtsraum, eine Cafeteria und eine Kegelbahn.

Warmwassertherapiebecken mit Hebevorrichtung

Warmwassertherapiebecken mit Hebevorrichtung

Andachtsraum

Andachtsraum

Kegelbahn

Kegelbahn

Erweiterter Speisesaal 1994

Erweiterter Speisesaal 1994

…  Die  neue  Wandelhalle,  eine  kuppelartige,  runde  Stahl-Glaskonstruktion, ist mit einer Fläche von 570 Quadratmetern großzügig, sie verbindet das Hauptgebäude der Klinik mit der neuen orthopädischen Abteilung. …

… Die Erweiterung der Klinik und die vermehrte Bettenkapazität machten auch eine Vergrößerung des Speisesaals notwendig.

Wandelhalle

Wandelhalle

1997: Schwere Zeiten

In über 20 Jahren waren immer wieder verschiedene Hürden für das Unternehmen zu meistern. Das Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde jedoch zur besonderen Belastungsprobe. Die sogenannte „Seehofer“-Reform brachte den gesamten Rehabilitationssektor ins Wanken, viele Kliniken mussten schließen. In diese schwere Zeit fiel zudem der Tod des Klinikgründers und Geschäftsführers Hans Fritsch am 9. Juli 1997.

Zeitungsausschnitt Saale-Zeitung 12.10.1996

Aus der Saale-Zeitung vom 12.10.1996:

… Wenn‘s der Kur schlecht geht, geht‘s nicht nur der Kur schlecht. Das zeigt sich in Bad Bocklet ganz deutlich. Dort wirken sich die Sparbeschlüsse in der Bundesregierung nicht nur in den Kurhäusern negativ aus… Offiziell treten diese Gesetze erst am 1. Januar 1997 in Kraft, doch sie wirken schon jetzt … Seit Monaten hat die Kurklinik,…, eine Station geschlossen.

Zeitungsausschnitt Saale-Zeitung 23.05.1997

Aus der Saale-Zeitung vom 23.05.1997:

… Seit fast einem Jahr sind die insgesamt 490 Betten nur mäßig belegt, seit Juli 1996 gibt‘s Kurzarbeit und der ganze Ort leidet mit. Die Tanzlokale, die Cafés, die Geschäfte … wirken leer. … Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer verändert die Ziele der Menschen. In den vergangenen Jahren war es normal, daß in Bad Bocklet mehr als 10.000 Kurgäste im Jahr begrüßt wurden, … davon kann nach Inkrafttreten des sogenannten „Wachstum- und Beschäftigungsförderungsgesetzes“ keine Rede mehr sein. … Die Kurklinik stellt knapp die Hälfte aller Gäste … Das könnte in diesem Jahr erstmals anders sein, da in der Kurklinik seit 1996 Kurzarbeit läuft … „Ich fühle mich selbstverständlich von der Politik allein gelassen“, sagt Reinhold Federlein, der Vorsitzende des Bockleter Kurvereins. Die Zuständigen in Bonn hätten die Zahlen doch nicht erst im März 1996 kennengelernt. Doch sie schwiegen und ließen die Kurhalter und Klinikbesitzer ohne Vorwarnung investieren – so auch die Kurklinik: „Die haben ja erst einen Trakt mit 100 Betten gebaut.“ …

Zeitungsausschnitt Saale-Zeitung 12.07.1997

Aus der Saale-Zeitung vom 12.07.1997:

… Die Kurklinik war sein Leben. Hans Fritsch ist im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. „Es gibt noch viel zu tun, also packen wir‘s an“, war der Wahlspruch des Mannes, der für das Heilbad Bad Bocklet viel getan hat. Nahezu die Hälfte aller Kurgäste des Biedermeierbades suchte in der Kurklinik Erholung und Gesundung … In nahezu allen Ortsvereinen war Hans Fritsch engagiertes Mitglied und Förderer.

Verschiedene Zeitungsausschnitte

1999: Der Krise zum Trotz – 25-jähriges Bestehen

Unter der Leitung von Marianne Hoffmann-Fritsch, die die Geschäftsführung nach dem Tod Ihres Mannes übernommen hatte, wurde mit allen Anstrengungen den Belegungsrückgängen in den Jahren 97 und 98 begegnet. Die Geschäftsleitung setzte auf medizinische Kompetenz, der Schulungsbereich wurde ausgebaut, Tagungs- und Hotelbereich kamen hinzu. Die Neuorientierung, die den Veränderungen im Rehabilitationswesen gerecht wurde, zeigte sich auch in der Umbenennung der Kurklinik in „Klinikum“.

Zeitungsausschnitt Main-Post 07.07.1999

Aus der Main-Post vom 07.07.1999:

… Nach 10 Jahren wurden 28.800 Patienten und 950.000 Übernachtungen verzeichnet … 20 Jahre nach Gründung der Klinik zeigte die Statistik 74.000 Patienten und 2,2 Millionen Übernachtungen. … In den Jahren 93/94 habe man 27 Millionen Mark in den Neubau für die Orthopädie investiert. Damals arbeiteten 200 Mitarbeiter hier. Die Klinik war bis zu 95 Prozent ausgelastet. 97/98 war die Klinik nur noch zu 20 Prozent ausgelastet, von der Hälfte der Belegschaft habe man sich schweren Herzens trennen müssen. …

Die Klinik orientiert sich neu. 1999 kam ein Hotelbereich hinzu und es erfolgte eine Umbenennung in „Klinikum“.

Die Klinik orientiert sich neu. 1999 kam ein Hotelbereich hinzu und es erfolgte eine Umbenennung in „Klinikum“.

Zeitungsausschnitt Saale-Zeitung vom 26.06.1999

Aus der Saale-Zeitung vom 26.06.1999:

Mit ein bißchen Glück begrüßt Geschäftsführerin Marianne Hoffmann-Frisch in diesem Jahr den 100.000 Gast … Als die … Gesundheitsreform die 420 Betten-Klinik bereits fast völlig leerte, bangten die Bockleter mit Klinikleitung und Personal. … Es kommen wieder mehr Patienten zur Rehabilitation, doch sie sind kaum zu vergleichen mit den Patienten, die früher kamen: „Die mussten kurfähig sein“, sagt Marianne Hoffmann-Fritsch … „Heute kommt der Kranke“ … Man begegnet Menschen im Rollstuhl, in der Gehschule lernen andere Treppe zu steigen. … Die Akutkrankenhäuser entlassen ihre Patienten früher, sie benötigen … mehr Pflegepersonal… Die Veränderung zeige sich auch darin, daß die Ärzte nicht mehr so viele Patienten betreuen können. Sie benötigen mehr Zeit für die Behandlung. …

Bild und Bildunterschrift aus der Main-Post vom 07.07.1999: Gratulation zum 25-jährigen Bestehen des Klinikums Bad Bocklet: Geschäftsführerin Marianne Hoffmann-Fritsch und Landrat Herbert Neder beim Festakt.

Bild und Bildunterschrift aus der Main-Post vom 07.07.1999: Gratulation zum 25-jährigen Bestehen des Klinikums Bad Bocklet: Geschäftsführerin Marianne Hoffmann-Fritsch und Landrat Herbert Neder beim Festakt.

2005: Altersmedizin und Führungszuwachs

Seit ihrem Bestehen hatte die Klinik den Widrigkeiten im Gesundheitssektor immer wieder erfolgreich durch Erweiterungen und Neuausrichtungen die Stirn gezeigt. 2004 konnte deshalb nicht nur das 30-jährige Jubiläum gefeiert sondern auch das erste Qualitätszertifikat der DEKRA in Empfang genommen werden. 2005 gab es gleich zwei Neuerungen: die Klinik erhielt einen zweiten Geschäftsführer, und es wurde eine neue geriatrische Abteilung mit insgesamt 24 Betten eingerichtet.

Aus der Saale-Zeitung vom 05.03.2005:

Ein neuer Geschäftsführer steht im Bad Bockleter Klinikum seit 1. März Geschäftsführerin Marianne Hoffmann-Fritsch zur Seite. Er heißt Harald Barlage und ist ein „erfahrener Krankenhausfachmann, der sowohl die Rehabilitationsszene kennt als auch den Akutbereich und zudem noch ein exzellenter Kenner der Region ist“, freut sich Hoffmann-Fritsch über die zukünftige Unterstützung. Barlage werde zunächst gemeinsam mit ihr die Geschicke des Hauses in die Hand nehmen. Ende des Jahres will sich die Geschäftsführerin, die das Amt 1997 von ihrem Mann übernommen hat, in den Ruhestand zurückziehen und „das Ruder in jüngere Hände geben“.

Aus der Saale-Zeitung vom 23.04.2005:

… Zwar hatte Marianne Hoffmann-Fritsch, …, schon seit Mitte der 90er Jahre immer wieder eine Geriatrie beantragt, aber bei den beteiligten Stellen lange kein offenes Ohr gefunden. Erst im Sommer 2004 wurde ein Versorgungsvertrag ausgestellt, im August kamen dann die ersten geriatrischen Patienten. Untergebracht waren sie zunächst räumlich in einem Teilbereich der Orthopädie, was freilich kein Dauerzustand war. … Seither entwickelten sich die ersten Vorstellungen, wie diese Abteilung auch räumlich auszugestalten sein würde. Ende Januar begannen … die Umbauten, die … binnen nur neun Wochen und zwei Tagen realisiert waren. … die Maßnahme – rund eine halbe Million Euro – [ist] aus eigenen Mitteln finanziert … in heutiger Zeit durchaus nicht selbstverständlich. … Das Klinikum trägt mit der neuen Abteilung der Tatsache Rechnung, dass mit wachsendem Lebensalter die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass altersabhängige bzw. altersassoziierte Erkrankungen zunehmen, … Damit verbunden ist für den Betroffenen die Gefahr, seine Eigenständigkeit zu verlieren. … Dieses Risiko zu vermeiden oder zu minimieren, ist die zentrale Aufgabe der Einrichtung für geriatrische Rehabilitation.

Harald Barlage

Harald Barlage

Geriatrie Patientenzimmer

2005 wurde auf der 5. Etage eine Reihe von Doppelzimmern für geriatrische Patienten geschaffen. Um die notwendigen Platzvoraussetzungen für Rollstühle und Pflegebetten zu schaffen, mussten dazu jeweils zwei Einzelzimmer entkernt werden.

2005 wurde auf der 5. Etage eine Reihe von Doppelzimmern für geriatrische Patienten geschaffen. Um die notwendigen Platzvoraussetzungen für Rollstühle und Pflegebetten zu schaffen, mussten dazu jeweils zwei Einzelzimmer entkernt werden.

Blick vom Aufenthaltsraum eines Doppelzimmers in das barrierefreie Badezimmer in der geriatrischen Abteilung 2005

Blick vom Aufenthaltsraum eines Doppelzimmers in das barrierefreie Badezimmer in der geriatrischen Abteilung 2005

2012: Modernisierung und Wachstum

In den Jahren 2006 bis 2012 wurde das Rehazentrum konsequent erweitert und vor allem modernisiert. Den Auftakt dieser Maßnahmen bildete 2006 die Errichtung einer Saunalandschaft und die Inbetriebnahme des Palmenbistros. Im gleichen Jahr erfolgte die Umbenennung in Rehabilitations- und Präventionszentrum. Das Präventionsangebot wurde systematisch ausgebaut. In den Jahren 2007 bis 2010 wurden sämtliche Patientenzimmer umfangreich renoviert. 2008 eine Arztniederlassung in eigenen Praxisräumen realisiert. 2009 wurde das Schwimmbad generalsaniert und eine Lehrküche eingerichtet. Parallel wurde ab 2006 die Computervernetzung kontinuierlich vorangetrieben. Um der deutlich gewachsenen EDV-Abteilung Raum zu geben, wurde ein Anbau für die Patientenverwaltung neben dem Haupteingang errichtet und die Verwaltung neu gestaltet. 2010 wurde das Tochterunternehmen HESCURO in Bad Kissingen eröffnet. 2011 erfolgte die großzügige Erweiterung der Geriatrie. 2012 wurden Aufenthaltsräume in Therapieräume umgewandelt und 2012 schließlich der Hoteltrakt komplett modernisiert.

Zeitungsausschnitte

Aus der Main-Post vom 27.02.2006:

Eine Saunalandschaft bereichert jetzt das Klinikum Bad Bocklet. … Eine halbe Million Euro investierte die Klinikleitung in diese Umbaumaßnahme … Der Saunabereich umfasst 200 Quadratmeter. 14 Leute finden Platz in der finnischen Sauna, 18 in der großen Sauna und sieben im Dampfbad.

Aus der Saale-Zeitung vom 23.03.2010:

Mit der Renovierung einer weiteren Etage, die jetzt wieder für AHB- und Rehabilitationsgäste zur Verfügung steht, setzt das Rehabilitations- und Präventionszentrum seine Modernisierungen fort. … 51 Patientenzimmer wurden vollständig neu gestaltet und alle Elektroinstallationen und Sanitäreinrichtungen erneuert. … Die Umgestaltungen ließ sich das Bad Bockleter Unternehmen einen hohen sechsstelligen Betrag kosten.

Aus dem Bad Kissinger Anzeiger vom 03.02.2010:

Eine wichtige Klinik mit neuer und zukunftsorientierter Strategie geht wieder auf den Markt. … Seit Anfang des Jahres ist die ehemalige Klinik „Regina“ der DRV Bayern Süd unter ihrem neuen Eigentümer, dem Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet, wieder geöffnet. Nach einer Investition von rund sechs Millionen Euro.

Ambiente und Ausstattung

Palmenbistro und Cafeteria
Alte Sauna
Praxis Gilbergs-Schnarr
Balthasar-Neumann-Therme mit Stahlwasser
HESCURO
Patientenverwaltung
Einzelzimmer Geriatrie
Lehrküche
Doppelzimmer
Therapieraum

2014: Fit für Morgen

Das Rehabilitations- & Präventionszentrum stellt sich den zukünftigen Aufgaben. 2013 wurde erneut das Indikationsspektrum durch eine Fachabteilung für Urologie erweitert. Seit 2013 werden für Firmenkunden Maßnahmen zu betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) durchgeführt. Die Patientenzimmer im 1994 mit der orthopädischen Abteilung errichteten Anbau wurden umfangreich saniert. Anfang 2014 konnte die Versorgung der orthopädischen Patienten, die nach einer Operation zur Anschlussheilbehandlung in das Rehazentrum kommen, durch die Einführung einer telemedizinischen Visite qualitativ nochmals gesteigert werden. Um Rehabilitanden zukünftig noch besser auf die Anforderungen am Arbeitsplatz vorbereiten zu können, wurde im Frühjahr 2014 für die medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) ein Workpark eingerichtet. Dazu wurden Fernseh- und Aufenthaltsräume für die funktionelle Ergotherapie neu gestaltet.

Handelsblatt vom 15.07.2013

Aus dem Handelsblatt vom 15.07.2013:

Krankheiten, Operationen und damit verbundene Sexualstörungen schüren Versagensängste bei Männern. Das Rehazentrum im Bayerischen Staatsbad Bad Bocklet setzt deshalb auf ganzheitliche Diagnostik und Therapie. … Ein Schwerpunkt … ist die Vermeidung dauerhafter Potenzstörungen, die neben den onkologischen Patienten auch Patienten mit gravierenden Stoffwechselstörungen wie Adipositas oder Diabetes treffen können.

Pressemitteilung vom 17.01.2014

Aus der Pressemitteilung vom 17.01.2014:

Das Zentrum für Telemedizin (ZTM) führt zusammen mit dem Rehazentrum Bad Bocklet, dem Akutkrankenhaus „Orthopädische Klinik Schloss Werneck“ … ab sofort telemedizinische Videokonsile mit orthopädischen Patienten beider Kliniken durch. Das führt zu einer ganz neuen Qualität in der Patientenversorgung. … Um die Nachsorgesituation operierter Patienten im Rehazentrum Bad Bocklet zu unterstützen und zu optimieren, hat das Zentrum für Telemedizin …, ein Vorhaben zur Entwicklung und Evaluierung eines innovativen videobasierten Kommunikationssystems initiiert, welches die Beurteilung des körperlichen und psychischen Zustandes des Patienten sowie die Instruktion von Patienten und der nachsorgenden Klinik mit ihrem medizinischem Fachpersonal ermöglichen soll.

Telemedizingerät

Telemedizingerät

Wandsystem des Workparks, das ideal geeignet ist, um Arbeitspositionen wie Stehen, Hocken und Bücken zu trainieren.

Wandsystem des Workparks, das ideal geeignet ist, um Arbeitspositionen wie Stehen, Hocken und Bücken zu trainieren.

Die ehemaligen Fernsehräume wurden 2014 für die funktionelle Ergotherapie neu gestaltet.

Die ehemaligen Fernsehräume wurden 2014 für die funktionelle Ergotherapie neu gestaltet.

Informationen zum Reha-Ablauf

Reha mit Begleitung

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Infomaterial

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Darum Bad Bocklet

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