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Die Entstehung von Harndrang und Harninkontinenz

In diesem Abschnitt stellen wir dar, wie die einzelnen Varianten des Harninkontinenz entstehen können. Dabei gliedern wir:

  • Entstehung der Belastungsinkontinenz
    • Belastungsinkontinenz bei Frauen
    • Belastungsinkontinenz bei Männern
  • Entstehung der Dranginkontinenz
  • Entstehung der Überlaufinkontinenz
  • Entstehung der Reflexinkontinenz
  • Ursache Medikamenten-Nebenwirkung

Belastungsinkontinenz

Wie eine Belastungsinkontinenz entsteht

Eine Belastungsinkontinenz hat häufig mit einem geschwächten Beckenboden zu tun. Der Beckenboden ist die untere Begrenzung des Beckens und besteht aus Muskeln sowie Bindegewebe. Er ist zwischen Steißbein, Schambein und den zwei seitlichen Stitzbeinhöckern positioniert. Die Bänder und Muskeln des Beckenbodens sind wichtig für die Stabilität der Beckenorgane. Sie stützen außerdem den Schließmuskel der Blase.

Die Belastungsinkontinenz entsteht oft durch einen geschwächte Muskelns des Beckenbodens.

Frauen mit Belastungsinkontinenz: Was tun?

Eine Belastungsinkontinenz trifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Das hat mit ihrem breiteren Becken zu tun und auch mit ihrer im Vergleich zum männlichen Geschlecht schwächeren Beckenbodenmuskulatur. Außerdem hat ihr Beckenboden drei Durchtrittsstellen - für Enddarm, Harnröhre sowie Scheide - und damit eine mehr als Männer. Sie haben also drei statt zwei mögliche Schwachstellen, die ihren Beckenboden in Mitleidenschaft ziehen können.

Ihr Beckenboden ist zudem durch Schwangerschaften und Geburten besonderen Herausforderungen ausgesetzt. So kann etwa in den letzten Monaten einer Schwangerschaft eine oft leichte Belastungsinkontinenz auftreten. Ein Problem, das sich nach der Entbindung meist wieder gibt. Auch die Entbindung selbst ist ein Risikofaktor und kann eine Inkontinenz zur Folge haben (postpartale Harninkontinenz). Meist verschwindet dieses Problem innerhalb eines Jahres nach der Geburt. Unterstützend kann ein Beckenbodentraining wirken, das auch eine sehr gute Möglichkeit ist, einer Harninkontinenz vorzubeugen (siehe Kapitel "Behandlung").

Das empfindliche Beckengewebe kann aber auch durch Operationen oder Verletzungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das kann dazu führen, dass die Bänder regelrecht ausleiern und in der Folge das Bindegewebe nachgibt. Dieser Vorgang kann auch durch hormonelle Veränderungen in der Menopause verursacht oder zumindest mitverursacht werden. Oft spielt auch eine genetische Veranlagung für ein schwaches Bindegewebe eine Rolle. So kann sich das gesamte Gefüge des Beckenbodens verschieben. Die Organe des Beckens sinken dadurch in Richtung des Damms ab.

Ein weiterer Risikofaktor sind Verletzungen oder Reizungen der Nerven infolge von Unfällen, operativen Eingriffen oder einer Entbindung. Das kann zu Störungen der Signalweiterleitung führen, wodurch die Beckenbodenmuskeln sozusagen falsche oder verspätete Signale erhalten.

All das kann bewirken, dass der Schließmuskel der Blase nicht mehr richtig gestützt wird und dass der Harnröhren-Verschluss nicht mehr richtig arbeitet. Bei einem erhöhten Druck im Bauchraum etwa beim Lachen oder Husten oder dem Tragen von Lasten geht dann in Folge dieser Störung ungewollt Urin ab.

Ein weiterer Risikofaktor für die Belastungsinkontinenz ist COPD. Diese auch als Raucherhusten bekannte Lungenerkrankung führt dazu, dass der Beckenboden permanent Druckspitzen ausgesetzt ist. Chronische Verstopfung und häufiges Pressen gelten ebenfalls als Risikofaktor. Und natürlich ist auch die Folge von Übergewicht nicht zu unterschätzen, da dieses auf dem Beckenboden lastet. Gefährdet ist auch, wer etwa im Beruf häufig schwer heben und sich körperlich stark anstrengen muss. Aber auch zu wenig Bewegung gilt als möglicher Auslöser, da gesunde Bewegung den Beckenboden trainiert. Seine Muskeln profitieren von Joggen, Wandern, Radfahren oder Walking ebenso wie von Yoga. Auch ein spezielles Beckenbodentraining (siehe Kapitel "Behandlung") kann sich positiv und stärkend auswirken.

Frauen sind für Belastungsinkontinenz aufgrund des breiteren Beckens deutlich anfälliger als Männer.

Männer mit Belastungsinkontinenz: Was tun?

Inkontinenz nach Prostata-OP

Beim männlichen Geschlecht sind es vor allem Operationen im Beckenraum und hier oft der Prostata sowie versehentliche Verletzungen von Muskeln und Nerven, die zu einer Belastungsinkontinenz führen. Eingriffe in Zusammenhang mit der Prostata bzw. Tumorerkrankungen der Prostata sind heute relativ häufig und werden nur dann gemacht, wenn sie unumgänglich sind. Dennoch muss ein Teil der Operierten damit rechnen, dass sich infolge des Eingriffs eine Harninkontinenz entwickelt. Die Höhe des Risikos ist immer individuell und hängt auch vom Lebensalter der Patienten ab. Das Know-how des Operateurs ist ebenfalls ausschlaggebend. Aber auch bei besten Voraussetzungen lässt sich das Risiko einer Inkontinenz nie zu hundert Prozent ausschließen. Eine gute ärztliche Beratung schon vor der Operation ist daher in diesem Fall besonders wichtig. Kommt es zu einer Harninkontinenz nach Prostatektomie, ist dies nicht automatisch ein Dauerschicksal, da sich diese oft binnen eines Jahres nach der OP bessert. Dennoch kommt es mitunter vor, dass die Störung dauerhaft wird. Größtmögliche Chance auf eine Besserung hat man, wenn die Inkontinenz im Rahmen der Reha nach Prostata-OP therapiert wird.

Bei einer Prostataentfernung kommt zur unabsichtlichen Verletzung von Nerven und Muskeln noch ein weiteres Risiko hinzu. Muss die Prostata etwa aufgrund einer Tumorerkrankung vollständig entfernt werden, kann der an sich gesunde Schließmuskel der Harnblase absinken. Seine veränderte Lage führt in der Folge mitunter dazu, dass der Muskel seine Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen kann.

Belastungsinkontinenz tritt beim Mann oftmals nach einer Operation im Beckenraum auf.

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Leitender OberarztLeitender Oberarzt Urologie Dr. med. Thomas Seyrich

Dr. med. Thomas Seyrich
Ltd. Oberarzt für Urologie und Andrologie

Facharzt für Urologie und Andrologie

Tätigkeitsschwerpunkt Sexualmedizin
Medikamentöse Tumortherapie

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