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Erfahren Sie welche Berufsgruppen und welches Alter von der Burnout Erkrankung besonders betroffen ist.

Wer ist für Burnout anfällig?

Burnout geht durch alle gesellschaftlichen Schichten, betrifft alle Altersgruppen und beide Geschlechter gleichermaßen. Es kann also jeden treffen. Allerdings gibt es bestimmte Gruppen, die besonders für das "Ausbrennen" gefährdet sind.

Wer ist besonders betroffen?

Nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen sind in Deutschland bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer von Burnout betroffen. Bei solch einer großen Zahl, lohnt der Blick darauf, in welchen Branchen & Berufen Mitarbeiter für Burnout besonders gefährdet sind. Als eine der größten Krankenkassen in Deutschland hat die gesetzliche Krankenkasse AOK nach einer Analyse eigener Versichertendaten durch das Wido-Institut (Wissenschaftlichen Instituts der AOK) kürzlich ermittelt, wie sich die Ursachen von Fehlzeiten nach bestimmten Branchen unterscheiden. Dabei wurde ebenso genau hingeschaut ob sich die Erkrankungshäufigkeit von Führungskräften und „normalen Mitarbeitern“ unterscheidet. Grundlage der Studie waren hierfür nach Angaben der AOK die AU-Tage aufgrund von Burnout-Erkrankungen die mit der IDC-10 Diagnose Z73 verschlüsselt wurden.

Die Berufszweige mit den häufigsten Krankheitstagen wegen Burnout:

  • Führungskräfte in der Pflege (Gesundheits- & Krankenpflege, Rettungsdienst & Geburtshilfe)
  • Führungskräfte im Bereich Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege
  • Mitarbeiter im Dialogmarketing
  • Führungskräfte in der Gastronomie
  • Mitarbeiter in der Erwachsenenbildung
  • Mitarbeiter in der Altenpflege
  • Erziehungswissenschaftler
  • Mitarbeiter in der Haus- & Familienpflege
  • Ausbilder & Pädagogen in der betrieblichen Ausbildung
  • Führungskräfte im Verkauf

Managerkrankheit Burnout?

Vor allem Pflegekräfte tragen ein hohes Risiko, zu erkranken. Im Zusammenhang mit der Berufsgruppe der Schwestern und Pflegern tauchte der Begriff in den 1970er Jahren erstmals in den USA auf. Später standen Manager im Zentrum der Burnout-Forschung, was fälschlicherweise dazu führte, dass das Syndrom noch heute oft als reine Managerkrankheit verstanden wird. Neben Menschen in Führungspositionen und in Helferberufen unterliegen auch Sozialarbeiter, LehrerPolizeibeamte und Ärzte einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Ihre Arbeit hat überdurchschnittlich oft mit zwischenmenschlichen Extremsituationen zu tun. Und gerade dieser Faktor kann die Entwicklung eines Burnouts massiv fördern.

Burnout tritt in den verschiedensten Berufsgruppen auf und kann bis zur Berufsunfähigkeit führen.

Wenn Mütter an Burnout erkranken

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Burnout mit permanenten Höchstleistungen in Beruf und 6-Tage-Arbeitswochen mit bis zu 16 Stunden täglich wahrgenommen. Dass diese Faktoren irgendwann einmal zum Zusammenbruch führen, ist nachvollziehbar. Doch Mütter leisten oft noch mehr und nicht nur dann, wenn sie Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen. „Nur-Hausfrauen" sind eine unterschätzte Risikogruppe für einen Burnout. Vor allem dann, wenn die Kinder noch klein sind, oder wenn etwa ein behindertes Kind betreut wird, sind Mütter rund um die Uhr gefordert. Das Müttergenesungswerk stellt einen deutlichen Anstieg der Zahl der Mütter mit Erschöpfungssyndrom bis hin zum Burnout fest. Kopfschmerzen, Angstzustände und Schlafstörungen sind hier oft erste, ernst zu nehmende Hinweise.

Als Mutter und Hausfrau sind die Chancen an Burnout zu erkranken deutlich erhöht.

Burnout in der Mitte der Lebenszeit

Burnout kennt keine Altersgrenzen. Sogar Kinder und vor allem überforderte Schüler fühlen sich über die Maßen erschöpft. Doch die Burnout-Forschung weiß, dass bestimmte Altersgruppen überdurchschnittlich oft betroffen sind. Laut DAK Gesundheitsreport erkrankt die Gruppe der 35- bis 45-Jährigen besonders häufig. Burnout entsteht also oft parallel zur Midlife-Crisis, die ein zusätzlicher Stressfaktor ist. Viele Betroffenen haben an die 20 Jahre Berufstätigkeit hinter sich und schlagen sich mit der Frage nach dem Sinn ihres Tuns herum.

Burnout bei Berufseinsteigern

Auch jüngere Berufseinsteiger und Auszubildende leiden überdurchschnittlich häufig an einem Erschöpfungssyndrom. Sie trifft es oft ein bis zwei Jahre nach dem Einstieg ins Arbeitsleben. Vor allem angehende Lehrer im Referendariat erleben einen Praxisschock, der sie bis an ihre Grenzen bringt.

Fazit

Doch Berufswahl, Alter und das Durchleben einer Midlife-Crisis, die nicht jeden trifft, sind nicht die einzigen Faktoren. Damit es zu einem Burnout kommt, muss auch die Persönlichkeit des Erkrankten bestimmte Eigenschaften mitbringen. Fast immer sind die Betroffenen sehr engagiert in ihrem Tun, überdurchschnittlich leistungsbereit, perfektionistisch, hoch motiviert und idealistisch. Auch eine Neigung zu Harmoniesucht spielt eine Rolle: Wer es allen Recht machen möchte, lebt früher oder später auf Kosten der eigenen Substanz.

Die Burnout Krankheit tritt in jedem Alter und jeder Gesellschaft auf.

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Chefarzt PsychosomatikPsychosomatischer Chefarzt Herr Dr. med. univ. Deniz Karagülle

Dr. med. univ. Deniz Karagülle

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Zusatzbezeichnung: Suchtmedizinische Grundversorgung

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