COVID-19 Erkrankung

Erkrankung mit dem Coronavirus

Welche Informationen erhalten Sie hier?

Mit diesem Artikel fassen wir allgemeinverständlich zusammen, was bisher über die Infektionswege, -verläufe, Therapien und Folgeschäden der Coronavirus-Krankheit COVID-19 bekannt ist. Da die Forschung zum neuartigen Virus und der Erkrankung COVID-19 auf Hochtouren läuft und sich Wissen ständig erneuert, kann dieser Beitrag nicht tagesaktuell sein. Daher haben wir verlässliche, offizielle Informationsquellen am Ende des Beitrags verlinkt. Basis dieses Beitrags sind die vom Robert-Koch-Institut bereitgestellten Informationen.

Was ist COVID-19?

COVID-19 ist eine Erkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Die Krankheit kann symptomlos, aber auch schwer verlaufen, mit Lungenentzündung und akutem Atemnotsyndrom bis hin zum Tod. Von schweren Verläufen sind besonders Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen betroffen. Die Mehrzahl der COVID-19-Erkrankungen verläuft milde.

Wodurch wird eine COVID-19-Erkrankung ausgelöst?

Verursacht wird die Krankheit COVID-19 durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2, das erstmals im Winter 2019 in der Provinz Hubei in China aufgetreten ist und eine Pandemie ausgelöst hat. Coronaviren können beim Menschen Erkrankungen unterschiedlicher Schwere auslösen: herkömmliche Erkältungen mit grippeähnlichen Symptomen, aber auch schwere Erkrankungen wie MERS (MERS-CoV) oder SARS, die genau wie COVID-19 zu Lungenentzündungen und akutem Atemnotsyndrom führen können.

Wie wird der Erreger SARS-CoV-2 übertragen?

Eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 erfolgt hauptsächlich von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion und Aerosole, die beim Atmen, Reden, Niesen oder Husten entstehen. Tröpfchen und Aerosole unterscheiden sich in ihrer Partikelgröße. Tröpfchen sind größer als 5 µm, Aerosole kleiner. Größere Tröpfchen sinken schneller zu Boden, während Aerosole länger in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen können. Wie lange virushaltige Tröpfchen und Aerosole in der Luft bleiben, ist von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung abhängig. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto langsamer verdunsten die Wassertröpfchen.

Die Wahrscheinlichkeit, sich bei einer infizierten Person anzustecken, erhöht sich mit zunehmender Nähe. Daher wird ein Mindest-Abstand von 1,5 bis 2 m empfohlen. Das Risiko einer Infektion mit dem neuen Coronavirus erhöht sich in schlecht belüfteten Räumen, wenn Infizierte besonders viele Aerosole ausstoßen sowie durch tiefes Einatmen – hier kann selbst der Distanzraum von 2 m zu gering sein. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung draußen ist bei Wahrung des Mindestabstandes gering.

Eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 ist theoretisch auch über kontaminierte Flächen möglich. Die Vermehrungsfähigkeit der Viren wird generell beeinflusst durch Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchte. Eine weitere Variable ist das Oberflächenmaterial. In den bisherigen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Zahl der nachweisbaren Viren mit der Zeit exponentiell abnimmt. Flächendesinfektionsmittel, die gekennzeichnet sind als viruzid, begrenzt viruzid oder begrenzt viruzid PLUS eliminieren die neuartigen Coronaviren zuverlässig.

Wie lange ist die Inkubationszeit beim neuen Coronavirus?

Mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte sind nach Schätzungen bereits 2 Tage vor den ersten Symptomen ansteckend. Die höchste Infektiosität besteht am Tag vor Symptombeginn. Über die Dauer der Infektiosität lässt sich anhand der bisherigen Datenlage noch keine verlässliche Aussage treffen.

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen durchschnittliche 5-6 Tage, allerdings ist ein Krankheitsbeginn auch schon nach einem Tag oder aber erst nach 2 Wochen möglich.

Wie kann man eine Coronavirus-Infektion vermeiden?

Zwei Aspekte sind entscheidend: Erstens können Infizierte andere Personen anstecken, bevor sie bei sich selbst Symptome feststellen und zweitens wird das Virus SARS-CoV2 hauptsächlich über Tröpfchen und Aerosole verbreitet. Empfohlen wird demzufolge:

  • mindestens 1,5 m Abstand zu anderen Menschen zu halten,
  • für gut belüftete Räume zu sorgen,
  • Begrüßungsgesten wie Händeschütteln, Umarmungen und Küsschen zu vermeiden,
  • Hände regelmäßig gründlich zu waschen, um Schmierinfektionen mit dem Corona-Virus zu verhindern,
  • Mund-Nasen-Bedeckungen im öffentlichen Raum zu tragen, insbesondere, wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, z. B. in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Offizielle Stellen wie das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geben detaillierte Empfehlungen nicht nur für Privatpersonen – auch im Umgang mit Infizierten, sondern auch für Bildungsinstitutionen, das Gesundheitswesen etc., die zur Eindämmung des Coronavirus dienen.

Welche Personen erkranken häufig schwer an COVID-19?

Das Risiko jedes Einzelnen ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und lässt sich nur individuell beurteilen. Betrachtet man die bisherigen Krankheitsverläufe der Coronavirus-Krankheit COVID-19, fällt auf, dass manche Personengruppen schwerer erkranken. Hierzu gehören:

  • Ältere ab 50-60 Jahren (Risiko ansteigend)
  • Rauchende Personen
  • Personen mit starkem Übergewicht
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem durch Erkrankungen
  • Patienten, die immunsuppressiv wirkende Medikamente einnehmen, z. B. Cortison
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen, z. B. des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge oder Leber, Diabetes mellitus oder Krebs

Für das individuelle Risiko gilt immer die Gesamtheit der Risiken, nicht nur ein einzelnes!

Was sind Symptome einer COVID-19-Erkrankung?

Die Bandbreite möglicher Symptome, die durch den Erreger SARS-CoV-2 hervorgerufen werden, ist groß und reicht von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Lungenentzündungen, Lungenversagen und Tod. Dass ein nicht unerheblicher Teil der mit SARS-CoV-2 Infizierten keine Krankheitsanzeichen zeigt, haben Studien unter anderem in Italien und Deutschland ermittelt. Der Prozentsatz variiert jedoch. Die deutsche Studie über den Krankheitsausbruch in Heinsberg hat ermittelt, dass 22% der Infizierten keine Symptome entwickelten. In der kleinen italienischen Gemeinde Vo‘ waren einer anderen Untersuchung zufolge 43,2% asymptomatisch.

Zeigen sich Symptome der COVID-19-Erkrankung, treten diese bei den gemeldeten Fällen, dem Robert Koch Institut (RKI) zufolge, in folgender Häufigkeit auf (Stand: 05.06.2020):

  • Husten: 49%
  • Fieber: 41%
  • Schnupfen: 21%
  • Beeinträchtigung von Geruchs- und/oder Geschmackssinn: 15%
  • Lungenentzündung: 3,0%

Darüber hinaus können an COVID-19 erkrankte Personen eine Reihe weiterer Symptome zeigen, wie man sie von herkömmlichen Erkältungskrankheiten, die ebenfalls durch Coronaviren ausgelöst werden können, kennt. Dazu gehören z. B. Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellung, Atemnot, Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Bindehautentzündung, Schläfrigkeit, Apathie, Hautausschlag. Des Weiteren sind Co-Infektionen mit Pilzen oder teils multiresistenten Bakterien möglich.

Wie erfolgt die Diagnose von COVID-19?

Zur Diagnostik werden Abstriche aus den oberen Atemwegen (Nase und Rachen) und/oder aus den unteren Atemwegen (Sputum) genommen. Mittels PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) kann das Genom des Erregers SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Weitere Verfahren sind Antigen-Tests, die jedoch nicht so zuverlässig sind wie ein PCR-Test. Antikörper-Tests liefern frühestens 1-2 Wochen nach Erkrankungsbeginn zuverlässige Ergebnisse und eignen sich damit nicht für den frühen Nachweis des neuartigen Coronavirus, wohl aber zum Nachweis einer überstandenen Infektion. Bei schweren Erkrankungsverläufen werden zusätzlich bildgebende Verfahren zur Darstellung der Atemwege eingesetzt.

Welche Therapien und Behandlungen gibt es gegen COVID-19?

Bisher gibt es für COVID-19-Patienten noch keine Medikamente, die zur Prophylaxe oder Behandlung der Erkrankung zugelassen sind. Die überwiegenden Maßnahmen sind symptomatisch ausgerichtet. Dazu gehört beispielsweise die Stabilisierung des Flüssigkeitshaushalts, die Zufuhr von Sauerstoff sowie die Gabe von Antibiotika bei bakteriellen Superinfektionen.

Im sogenannten Off-Label-Use können schwer an COVID-19 erkrankten Patienten Medikamente gegeben werden, die eine Zulassung der Arzneimittelbehörde besitzen, allerdings für eine andere Krankheit. Die verwendeten Wirkstoffe setzen an unterschiedlichen Stellen im Erkrankungsverlauf an: Sie sollen den Eintritt des Virus in die menschliche Zelle sowie dessen Verbreitung hemmen, die Vermehrung reduzieren oder gegen schädigende Mechanismen wirken.

Zur Anwendung kommen deshalb Arzneien, die beispielsweise auch bei HIV-Infektionen und AIDS eingesetzt werden wie Lopinavir und Ritonavir oder Wirkstoffe gegen neue Virusstämme der Influenza wie Favipiravir. Bei schweren COVID-19-Verläufen mit Beatmungsnotwendigkeit kann eine Behandlung mit experimentellen Wirkstoffen im Rahmen eines individuellen Heilungsversuchs erfolgen, für die es in Deutschland bzw. Europa noch keine Zulassung gibt. Dazu gehört der Wirkstoff Remdesivir, der eigentlich zur Behandlung von Ebola gedacht ist. Auch immunsuppressive und immunmodulatorische Medikamente wie Dexamethason werden Patienten bei schweren Verläufen gegeben. Ein weiterer Wirkstoff, der im Off-Label-Use genutzt wird, ist Camostat, das in Japan u. a. zur Behandlung von chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündungen zugelassen ist.

Chloroquin/Hydroxychloroquin, das eine Zulassung für Malariabehandlung und -prophylaxe besitzt, wurde zunächst ebenfalls zur Therapie bei COVID-19-Patienten eingesetzt. Mittlerweile rät das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgrund einer erhöhten Komplikationsrate allerdings von einer Verwendung außerhalb kontrollierter Studien ab.

Aktuelle gebündelte Informationen aus klinischen Beobachtungen und der Forschungsliteratur findet man beim Robert-Koch-Institut (RKI); das verlinkte Dokument wird fortlaufend aktualisiert.

Wie ist der Verlauf einer COVID-19-Erkrankung?

Bisherige Studien zeigen bei Kindern zumeist einen symptomlosen bis milden Verlauf der Krankheit. Auch Schwangere haben häufig einen eher asymptomatischen Verlauf. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen tragen hingegen ein höheres Risiko, schwer zu erkranken.

Ein milder Verlauf der COVID-19-Erkrankung ist gekennzeichnet durch Husten und Fieber, schwere Verläufe gehen mit einer Aufnahme ins Krankenhaus einher. Vom Erkrankungsbeginn bis zum Auftreten einer möglichen Lungenentzündung vergehen im Schnitt 4 Tage, bis zu einem möglichen akuten Lungenversagen etwa 8-9 Tage. Sehr selten kann es bei Kindern und Jugendlichen durch das neue Coronavirus zum inflammatorischen multisystemischen Syndrom kommen. Erkrankte ohne schwerwiegende Symptome genesen laut Robert-Koch-Institut nach maximal 14 Tagen.

Eine verlässliche Aussage über den Anteil COVID-19-Erkrankter, die im Krankenhaus behandelt werden, ist sehr schwierig, da nicht alle Erkrankten getestet und damit erfasst werden können. Außerdem ist der Zugang zur medizinischen Versorgung im internationalen Vergleich sehr unterschiedlich. Daher zeigen sich in den vorliegenden Studien große Bandbreiten prozentualer Angaben. Ebenso verhält es sich mit der Letalität, also dem Anteil erkrankter Personen, die an COVID-19 sterben, an der Gesamtheit aller an COVID-19 erkrankten Personen.

Wie sind die Heilungsaussichten einer COVID-19-Erkrankung?

Der Großteil der COVID-19-Patienten zeigt einen milden Verlauf und wird innerhalb von 2 Wochen wieder gesund. Schwere Verläufe können Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Erste Studien weisen zum Beispiel auf mögliche Langzeitfolgen für das Herz-Kreislaufsystem, die Nieren oder das Nervensystem hin.

Derzeit geht man davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, nach durchgemachter Erkrankung erneut zu erkranken. Ob der Immunstatus allerdings auf Dauer besteht, muss erst noch durch Längsschnittstudien nachgewiesen werden.

Was kann die Genesung nach COVID-19 unterstützen?

Patienten, die nach überstandener COVID-19-Erkrankung weiterhin unter körperlichen oder psychischen Folgen leiden, profitieren von einer speziell auf die besonderen Bedürfnisse abgestimmten Reha. Das Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet hat zwei ganzheitliche Reha-Konzepte entwickelt: Die „Reha Lunge“, für schwerpunktmäßig körperliche Symptome und die „Psychosomatische Reha“ zur Bewältigung von Pandemie Folgen. Beide unterstützen die Rückkehr in einen gesunden Alltag.

Weitere Informationen zu COVID-19:

Quellen:

https://www.gelbe-liste.de
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus.html
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/ansteckung-und-uebertragung.html
https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript210.pdf
https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript206.pdf
https://www.pharmawiki.ch
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/17_20.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/COVRIIN_Dok/Antivirale_Therapien.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Therapie/Off-Label.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/Stakob/Stellungnahmen/Stellungnahme-COVID-19_Therapie_Diagnose.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Flyer_Patienten.pdf?__blob=publicationFile