BAD BOCKLET UND SEINE „KURKLINIK“
Abriss der geschichtlichen Entwicklung
Der Aschacher Pfarrer Georg Christoph Schöppner fand bei einem Spaziergang im Jahre 1724 zwischen seinem Wohnsitz und dem unbedeutenden unterfränkischen Ort Bocklet eine Quelle und notierte in sein Pfarrbuch: „Diesen Brunnen habe ich anno 1724 gefunden, bin also dessen Bekanntmacher.“
Als sein geistlicher Vorgesetzter und Landesvater Fürstbischof Franz von Hutten bei einer Rundreise durch Franken auch nach Schloss Aschach kam, nutzte der Pfarrer die Gelegenheit, ihm von seiner Entdeckung zu berichten.
Der Leibarzt des Fürstbischofs, Dr. Behringer, erhielt den Auftrag, das Wasser zu untersuchen und fand es ausgezeichnet.
In Würzburg war 5 Jahre zuvor Johann Balthasar Neumann zum fürstbischöflichen Baudirektor ernannt worden und hatte 1720 mit dem Bau der Würzburger Residenz begonnen, dessen Rohbau 1744 vollendet wurde – dem vollkommensten Palastbau seiner Zeit. Kein Geringerer als Balthasar Neumann erhielt den Auftrag, die Quelle zu fassen, die Jahre später seinen Namen tragen sollte. Die Quelle erhielt nach Entschluss der Bayerischen Staatsregierung den Namen „Balthasar-Neumann-Quelle“. Bei den ersten Grabungen stellte sich heraus, daß die Quelle auch in früherer Zeit genutzt worden war, man fand Balken und auch Waffen.
Bocklet erlebte seine erste Glanzzeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1785-1795 entstanden Fürstenbau, Brunnentempel und Kurgarten. Es galt als beliebter Sommeraufenthalt der Würzburger Domherren und Prälaten (etwa was für den Papst Castel Gandolfo war, bedeutete Bocklet für die Würzburger Geistlichkeit). Sehr bemerkenswert noch: Bocklet hatte mehr Kurgäste als Kissingen oder Brückenau.
Die zweite Blüte folgte durch die Gunst der bayerischen Könige in der Biedermeierzeit (ca. 1815-1848). Unter König Ludwig I. gelingt eine Quellenfassung 1838, die rund 75 Jahre bestand.. 1852 hat Bocklet die bayerische Königin Maria von Bayern, Gemahlin von Max II, des Sohnes von König Ludwig I als Kurgast und auch die spätere österreichische Kaiserin „Sissy“. Letzter Glanzpunkt dieser Ära stellte die neue Quellenfassung 1912 unter Prinzregent Luitpold von Bayern dar.
1937 erfolgte die Verleihung des Prädikates „Bad“ durch den damaligen Reichsstatthalter von Bayern, Franz von Epp. Die gegenwärtige Bohrung geht auf das Jahr 1948 zurück und wurde 15 m nördlich des Brunnentempels durchgeführt. In einer Tiefe von 100 m stieß man auf einen intermittierenden Strudel, der sehr große Mengen stark kohlensäurehaltigen Wassers bis zu einer Höhe von 10 bis 12 m emporschleuderte. Damit war für Bad Bocklet der Grundstein zur 3. Blütezeit gelegt, die cum grano salis bis zum heutigen Tag anhält und an der unsere „Kurklinik“ maßgeblichen Anteil hatte und hat.
| 1974 | Eröffnung der Kurklinik der Fa. Parksanatorium Bad Bocklet & Co. KG durch Hauptinitiator und Geschäftsführer: Hans Fritsch Ärztlicher Leiter: Prof. Dr. W. Erb 350 Betten und etwa die Hälfte der Gesamtübernachtungen in Bad Bocklet |
| 1989 | Therapieanbau Psychosomatische Klinik Chefarzt ist Dr. Markert |
| 1994 | Neubau der Orthopädischen Klinik einschl. einer Wandelhalle (heutiges Palmenbistro) |
| 1995 | PD Dr. Kirchhoff tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Erb an. |
| 1996 | Bundesregierung verabschiedet „Sparpaket", welches eine rückläufige Belegung mit existenzieller Bedrohung für das Haus zur Folge hatte. Chefarzt Dr. Dr. E. Friedel übernimmt die ärztliche Leitung der Kurklink. |
| 1997 | Geschäftsführer Hans Fritsch stirbt im Alter von 74 Jahren. Die Geschäftsleitung übernimmt seine Ehefrau Marianne Hofmann-Fritsch. Umbenennung des Hauses in „Klinikum Bad Bocklet". |
| 1999 | Dr. Süß wird Chefarzt der Psychosomatischen Klinik und Dr. Kosmützky Chefarzt der Orthopädie. |
| 2004 | Eröffnung der Geriatrischen Abteilung unter Leitung von Frau Dr. K. Tatschner. Erstzertifizierung des Hauses nach DIN EN ISO 9001:2001. |
| 2005 | Herr Harald Barlage übernimmt die Geschäftsleitung. Eine wachsende Anzahl an Patienten nimmt Anteil an sog. Präventionsprogrammen (Osteoporose, Heilfasten etc.) Neben den klassischen Rehabilitationsmaßnahmen, Anschlußheilverfahren und geriatrischen Heilverfahren gewinnen bezüglich der Belegung in zunehmendem Maße präventive Gesundheitswochen verschiedener Schwerpunkte an Boden. |
| 2006 | Umbenennung in „Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet" Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Dr. H.-R. Schmitt, welcher die Nachfolge von Hr. Luther antritt. Das Palmenbistro wird eingeweiht und die Balthasar-Neummann-Therme nimmt den „Verwöhnbetrieb" auf. |
| 2007 | Chefarzt Dr. W. Tischer übernimmt die Leitung der Orthopädischen Klinik. Chefarzt Dr. E. Salzmann übernimmt die Leitung der Psychosomatischen Klinik. Die Position der Verwaltungsleitung wird durch Herrn Lutsch besetzt. Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats wird Herr Dr. Wenz, bis dato war dies Dr. Müller. Im September finden die 1. Bad Bockleter Gesundheitstage unter der Schirmherrschaft von Frau Dr. Susanne Kastner statt. |
| 2008 | Einweihung der Komfort-Plus-Zimmer auf der Ebene 9. Eröffnung der Praxis für Physikalische und Rehabilitative Medizin von Herrn G. Gilbergs Schnarr. Herr Gilbergs-Schnarr wird der 1. Chefarzt für Präventionsmedizin. |
| 2009 | Wir feiern 35-jähriges Betriebsjubiläum. |
| 2010 | Chefarzt M. Best leitet nun die Psychosomatische Klinik. Re-Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008. |
| 2011 | Dr. G. Mihalka-Kisitzky wird Chefärztin der Inneren Klinik sowie der Geriatrie Erweiterungszertifizierung nach QMS-Reha® und den Richtlinien der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR). |











